Mehr über Stöße
Was ist denn falsch an dem Bild der zwei kollidierenden Wassermoleküle?
Nun, zunächst einmal nichts, denn die Teilchen in einer Flüssigkeit stoßen tatsächlich miteinander zusammen. Aber Wassermoleküle müssen sich nicht wirklich berühren, damit es zu einer Dämpfung kommt.
Hä? Wie kann es Dämpfung geben, wenn sie sich nicht berühren?
Denk dran, dass die Wasserstoffatome und das Sauerstoffatom im Wassermolekül jedes eine kleine Nettoladung tragen. Man muss nicht eine andere Ladung direkt berühren, um eine Kraft zu spüren, die von ihr ausgeht. Eine Ladung fühlt immer eine gewisse elektrische Kraft, selbst, wenn sie weit weg ist von der anderen Ladung.
Wie kommt es dann zur Dämpfung?
Jedes der positiv geladenen Wasserstoffatome in einem Wassermolekül wird von allen anderen negativ geladenen Sauerstoffatomen angezogen. Egal, in welche Richtung man das Wassermolekül dreht, immer wird man einige der Waasserstoffatome von einigen der Sauerstoffatome wegziehen müssen. Das dämpft die Bewegung. |
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OK, Sie haben mich überzeugt, dass es anziehende Kräfte zwischen Wassermolekülen geben muss. Aber besonders stark können die ja nicht sein, oder?
Du hast recht. Die anziehenden Kräfte sind nicht annähernd so stark wie die Kräfte, die ein Molekül zusammenhalten. Andererseits können sich aber auch viele kleine Kräfte zu einer ganz ordentlichen Kraft aufsummieren. Denk dran, es gibt eine Menge Moleküle in flüssigem Wasser. |
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Diese anziehende Kraft ist ein Beispiel für eine so genannte Wasserstoffbrückenbindung, die in Wasser und gewissen anderen Verbindungen, die Wasserstoff und entweder Stickstoff, Sauerstoff oder Fluor enthalten, wichtig sein kann. Beim Wasser ist diese Brückenbindung für die hohen Schmelz- und Verdampfungstemperaturen verantwortlich. Wenn du also das nächste Mal Wasser zum Kochen bringen willst und es mal wieder ewig zu dauern scheint, dann weisst du jetzt, warum.
Ja, man muss all diese kleinen anziehenden Kräfte überwinden.
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